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Rasselbock (Hirculus crepans austriae)

Der Rasselbock oder auch Raspelbock ist ein Fabelwesen, dessen Abbild man häufig in Jägerklausen und ähnlichen Einrichtungen antrifft. Es handelt sich dabei um einen ausgestopften Hasenkopf dem das Geweih eines Rehbocks aufgesetzt ist. Neben dem Rasselbock gibt es noch das weibliche Pendant: Die Rasselgeiß. Bei der Rasselgeiß sind die Geweihe etwas kleiner ausgebildet. Bemerkenswert sind bei manchen Exemplaren Eckzähne am Oberkiefer, die ein Feldhase ebenfalls nicht besitzt. Für den Rasselbock und die Rasselgeiß ist auch die Bezeichnung Hörnerhase gebräuchlich. Die Jungtiere heißen Waldrasslinge.

VerbreitungBearbeiten

Erzählungen über das Vorkommen des Rasselbock gibt es vor allem im mittleren Thüringer Wald, vereinzelt wurden auch im Harz angebliche Rasselböcke gesichtet. Größere Vorkommensgebiete soll es im Schwarzatal, an der Schmücke und am Auerhahn, einem Waldhof nahe Stützerbach bei Ilmenau geben. Das Tier führt dort ein angeblich zurückgezogenes Leben. Auf die Existenz dieses extrem scheuen, aber aufgrund des verhältnismäßig mächtigen Geweihes doch sehr gefährlichen Tieres sollen gelegentliche verräterische Spuren im Schnee hinweisen. Der Friedländer "Raspelbock" ist eine Variation zum Rasselbock.

Bilder des Fabelwesens und Geschichten über seine angebliche Bejagung gibt es schon seit mehreren hundert Jahren. Der Rasselbock ist sogar zum Motiv für Notgeldscheine der Stadt Blankenhain in Thüringen geworden.

Verwandte ArtenBearbeiten

Ähnlichkeiten besitzt das Fabelwesen mit dem besonders in Bayern beheimateten Wolpertinger. Die hessischen Dilldappe und die westalpinen Dahus sind entferntere Verwandte. Starke Ähnlichkeit besteht zum amerikanischen Jackalopen (Hase und Gabelbock). In österreichischem Jägerlatein wird dieses Fabelwesen als Raurackel bezeichnet.

RedewendungBearbeiten

Rasselböcke fangen, ist der Versuch, die Autorität einer älteren Person oder eines erfahrenen Menschen zu untergraben. Diskussionsfreudige oder vorlaute, vorwiegend jüngere Menschen müssen sich deshalb in seltenen Fällen die Frage anhören: "Willst Du etwa Rasselböcke mit mir fangen?" Damit ist eine Aufgabe gemeint, die das Erjagen eines Tieres beschreibt, das in der freien Natur kaum vorkommt. Die Fragestellung ist rhetorisch zu verstehen. Der Befragte kann ohne zu antworten darüber nachdenken, ob er mit seiner Handlungsweise fortfahren sollte.

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