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Die Sonne schien warm durch das Fenster. Sie malte wunderschöne Farben an die helle Tapete. Ganz leicht kitzelten mich die Strahlen im Gesicht. Ein herrliches Gefühl so geweckt zu werden. Der Tag versprach super zu werden. Die Glasscheibe meines Bildes begann zu spiegeln weshalb die Sonne anfing mich zu blenden. Ich kletterte voller Vorfreude aus meinem Bett und warf einen Blick in den Spiegel. Meine Cousine hatte gestern Recht gehabt... ich habe wirklich abgenommen. Missmutig betrachtete ich nun meine hervorstehenden Knochen. Und ich dachte mal dieser Tag würde super werden. Seufzend torkelte ich in das Bad. Auch hier schien die Sonne hinein, es hatte aber eine ganz andere Auswirkung als in meinem Zimmer. Das Fensterglas war milchig getüncht was dem ganzen einem milden Klang verlieh. Zielstrebig stapfte ich zum Waschbecken und drehte den Wasserhahn auf. Das Wasser spritzte hoch und befleckte mein Top. Vorsichtig schob ich meine Hände unter den kalten Strahl und fing das Wasser auf. Mit einer kurzen Bewegung klatschte ich mir das kalte Wasser ins Gesicht und rubbelte mir den Schlaf aus den Augen. Von irgendwoher drang Kinderlachen zu mir. Anscheinend waren die Nachbarn ebenfalls schon auf und ließen ihre Kinder auf der Straße spielen. Wehmütig dachte ich an meine Kindheit zurück. Mit den Erinnerungen kamen Schauer die mich ein wenig auskühlten. Geistesabwesend drehte ich den Wasserhahn ab und stapfte zurück in mein Zimmer. Kurz entschlossen riss ich meine Schranktür auf und wich dem Wäschehaufen aus der hinaus polterte. Seufzend hob ich die Kleidung auf und suchte mit ein bauchfreies Top und eine Hotpants heraus. Den Rest stopfte ich zurück in den Kleiderschrank und verschloss die Tür dahinter. Schnell zog ich mich an und warf einen Blick auf die Uhr. Es war bereits 11:38 Uhr. Um 11:45 wollte ein Freund mich abholen, wir wollten in die nahegelegene Stadt. Ich ging hinaus auf dem Flur und schaute nach ob meine Tasche noch an dem Ort lag wo ich sie zurück gelassen hatte, neben dem Geländer. Ein Glück, sie war noch da. Ich schnappte sie mir und hockte mich auf das breite Treppengeländer. Um nicht laufen zu müssen ruckte ich kurz aber kräftig und rutschte das Geländer hinunter. Wie jedes Mal wenn ich das tat betrachtete ich die Wand. Bilder aller Generationen meiner Familie hingen an dieser Wand. Hochzeitsbilder, Urlaubsfotos und was weiß ich noch alles. Unten angekommen sprang ich ab und landete vor meinen Schuhen auf dem Boden. Praktisch, so konnte ich sie mir gleich anziehen. Ich freute mich schon darauf, gleich mit meinem Kumpel weg zu fahren. Voller Vorfreude schlüpfte ich in die teuren Chucks und schnürte sie locker. Es klingelte. Er war zu früh, wie jedes Mal, aber ich freute mich trotzdem. Ich sprang auf und riss die Tür gerade zu auf. Einladend machte ich eine Bewegung, dass er doch noch kurz im Haus warten möge. Nickend trat er ein und ich lief kurz in die Küche um mir ein Energiedrink zu holen. Ich öffnete die Dose und trat auf ihn zu. Sein Lächeln war freundlich, als er mir eine kleine Tüte entgegen streckte. Um sie annehmen zu können stellte ich die Dose ab und riss ihm die Tüte gerade zu aus der Hand. In ihr war ein kleines Osterei aus Marzipan. Ich nahm es heraus und schob es mir gierig in den Mund. Nichts liebte ich mehr als Marzipan. Sein noch eben freundliches Grinsen bekam einen fiesen Ausdruck. Seine Augen funkelten seltsam. Ich lies das Ei fallen und sah ihn voller Angst an. Ich hätte nie gedacht, dass er etwas solches tun würde. Mein letzter Gedanke war „Es war Marzipan“, dann entglitt mir das Licht und ich sank in eine tiefe Dunkelheit.

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