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Lamassu (auch šedu, Schedu) ist die Bezeichnung eines babylonischen Schutzdämons
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Lamassu aus Dur Sharrukin in Assyrien

mit einem Stierkörper, Flügeln und einem menschlichen Kopf.

BezeichnungBearbeiten

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Schedu im Pergamonmuseum

Das sumerische Wort lama, Akkadisch lamassu, bezeichnet eine Schutzgottheit, die gewöhnlich weiblich ist. Sie wird oft als stehende Figur dargestellt, die Gäste zu einem höhergestellten Gott leitet. So ist sie eigentlich eine Dienerin. Ihr männliches Gegenstück wird alad oder in Akkadisch šêdu genannt. Diese Monumentalstatuen werden als aladlammû ("Schutzgeist") oder lamassu bezeichnet, was bedeutet, dass das ursprünglich weibliche Wort jetzt angewendet wurde, um einen sich überlegen männlich gebärdenden Dämon zu bezeichnen. In einer modernen Interpretation kombinieren sie die Kraft eines Stieres, die Freiheit eines Adlers und die Intelligenz eines Menschen. Weibliche Lamassus werden apsasû genannt.

FunktionBearbeiten

Im neuassyrischen Reich (ca. 883-612) wurden große Stiermonumente, oft mit Flügeln und immer mit Menschenköpfen, als Tor-Wächter an den Eingängen von Königspalästen wie Khorsabad und Ninive aufgestellt. Sie sollten Böses abwenden. In einem Text findet sich die Zauberformel "Möge der gute šêdu zu meiner Linken und der gute Lamassu zu meiner Rechten gehen" (anderswo geht šêdu voraus und Lamassu hinter der zu schützenden Person) Üblicherweise hatten sie 5 Beine. Lamassus sind auch bekannt von den Palästen der persischen Könige. Jene in Pasargadae sind verschwunden, aber in Persepolis sind sie am „Tor aller Nationen“ zu sehen. So sind die Hufe im "unvollendeten Tor" zu sehen. In dem Gebäude, das entweder als Ratshalle oder „dreifaches Tor“ identifiziert werden konnte, dienten Lamassu als Kapitelle der Säulen.

AdaptionenBearbeiten

Es gibt griechische Münzen, die Lamassu zeigen, wie jene der sizilianischen Stadt Panormus, dem heutigen Palermo, welche als eine phönizische Kolonie eventuell künstlerische Verbindungen zum Osten hatte. Schutzgottheiten mit Löwenkörpern sind auch bekannt und werden gewöhnlich Sphinx genannt.

LiteraturBearbeiten

  • Wolfram von Soden: Die Schutzgenien Lamassu und Schedu in der babylonisch-assyrischen Literatur. In: Baghdader Mitteilungen. Bd. 3, 1964, ISSN 0418-9698, S. 148–156.
  • Hybride mesopotamische Dämonen (englisch; PDF-Datei; 226 kB)

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