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Der Hakemann ist eine deutsche Sagengestalt, Kinderschreckfigur und ein Mischwesen aus Mensch und Fisch. Der Oberkörper ist menschlich, der Unterkörper fischartig. Er besaß spitze Zähne, da er sich von Fischen ernährte, obwohl er auch Hunger auf Menschen hatte. Dann wartete er, bis jemand an das Wasser kam, und zog ihn mittels eines Hakenstocks zu sich in die Tiefe. Wenn er eine Beute witterte, tauchte er blitzschnell unter, schwamm unter Wasser an sie heran und teilte vor ihr die Wasseroberfläche. Da der Schreck den Überraschten lähmte, konnte er leicht vom Hakemann erfasst werden. Er wohnte in Brunnen, Teichen, Seen, Bächen und Flüssen. Wenn neugierige Kinder zu nahe an diese Gewässer herangingen, so fasste sie der Hakemann mit dem Hakenstock, hieß es. Die Mütter warnten darum ihre Kinder: „Spielt nicht zu nahe am Wasser, sonst fasst euch der Hakemann!“ Wenn die Kinder den hässlichen Hakemann gesehen hatten, blieben sie von selbst weg vom Wasser.

Eines war merkwürdig, er vergriff sich nicht an denen, die im Wasser schwommen und badeten, darum sollte jedes Kind schwimmen lernen, dann war es vor dem Hakemann sicher.

Der Hakemann ist unter anderem in Peine und Umgebung in den Kolken der Fuhse sowie in nahegelegenden Dorfbrunnen, im Teich des ehemaligen Gutspark Falkenberg bei Fürstenwalde, bei Alfeld in der Leine, und im Teich vor dem Eulenspiegelhof in Kneitlingen vertreten. In der Braunschweiger Volkskunde von 1901 heißt es: „Der ‚hâkemann’ oder ‚nicker’ sitzt im Born oder sonst im Wasser und zieht die Kinder, die dem Born zu nahe kommen, mit einem Haken zu sich herab“. In Franken ist der Hakemann als Hägglmoo bekannt.

Hakemann ist auch ein deutscher Nachname.

AnmerkungenBearbeiten

Vermutlich wurde damals diese Sage erzählt, da viele nichtschwimmende Kinder ertranken, um ihnen so Angst zu machen, dass sie nicht in die Nähe von Gewässern gehen sollten, bis sie schwimmen lernten.

LiteraturBearbeiten

  • Sagenschatz des Kreises Peine von Robert Bartels, Der Hakemann S. 39, 2. Auflage, Februar 1965, Buchdruckerei und Verlag Löffler und Diehl K.G., Peine.

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