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Hier ist noch etwas, das vielleicht ein Prolog sein könnte, nur was Kurzes zum Spannungsaufbau. Geplant ist, das zwischendurch immer wieder solche Stellen auftauchen, mal sollten zwischen zweien davon mehrere Kapitel stehen, manchmal auch nur eines. Wie findet ihr diese Idee?

Glg, DasRoseIch bin nicht verrückt, das sieht wirklich nur so aus!

Leseprobe (Überarbeitete / endgültige Version)Bearbeiten

Goldrot flackernde Flammen begrüßten ihn, als er durch die Tore des Brennenden Saales trat. Munter züngelten sie an den Wänden empor, als wollten sie sie verschlingen, konnten den Steinmauern jedoch nichts anhaben. Niemand hielt sie auf, sie waren so alltäglich wie der feine, rote Staub auf dem felsigen Boden. Er stieg in winzigen Wolken auf, wenn etwas ihn berührte – sei es auch nur ein Luftzug – und legte sich augenblicklich wieder. Seine Untergebenen schauten von ihrer Arbeit auf und nickten ihm so respektvoll zu, wie ihre Laune es ihnen erlaubte, als er an ihnen vorbeischritt, die Stufen hinauf, bis zu seinem Thron.

Dort angekommen wandte er sich um und ließ seinen Blick gelangweilt schweifen. Wie jedes Mal. Natürlich war er stolz auf diesen Teil seines Machtgebietes, die fensterlosen Mauern strahlten etwas aus, das manch anderen sofort in die Flucht schlug, ihm selbst aber Sicherheit zu versprechen schien. Irgendwann war es dann aber auch genug. Für ihn war dieser Raum nur ein Symbol fortlaufender Eintönigkeit. Draußen, über der Erde, veränderte sich die Welt stetig. Er konnte nur erahnen, wie sehr, da er nicht oft dort oben war. Nur manchmal in den Jahrtausenden seiner Herrschaft hatte er die Menschen beobachtet und sich vorgestellt, selbst einer zu sein. Bei dem Gedanken daran beschlich ihn ein mulmiges Gefühl, und das nicht zum ersten Mal. Außerhalb dieser Mauern wäre er hilflos. Auch wenn er kein Mensch wäre, auch wenn er so bliebe wie er war, er wäre hilflos. Er würde sich unwohl fühlen. Etwas ließ ihn vor der Welt draußen zurückschrecken, was, konnte er nicht genau sagen.

Sein Ratgeber und engster Freund trat an ihn heran. Er konnte sich eine Zeit ohne ihn nicht mehr vorstellen, schon immer hatte er sich mit allen Problemen an ihn gewandt. Ja, auch er hatte manchmal Probleme. Und in der langen Zeit, die er nun schon lebte und regierte, schienen sie sich zu häufen.

„Unser Lieblingsstörenfried berichtet von neuen, möglichen Opfern“, begann der Ratgeber. „Sie meint, dies hier wäre etwas Wichtiges.“

„Wichtiger als alle anderen?“, fragte er stirnrunzelnd, konnte nicht glauben, was er da hörte. „Wichtiger als die Zwillinge, wichtiger als der Blinde? Sogar wichtiger als deine kleine Assistentin?“

„Ihrer Meinung nach genau das.“ Der Mann schlug das Buch auf, das er immer bei sich trug, und blätterte durch die Seiten. „Sie meint, eines ihrer auserkorenen Opfer könnte sogar…“

„Das glaube ich nicht“, fiel er ihm ins Wort und schlug das Buch mit einer ruckartigen Bewegung wieder zu.. „Aber es mag schon sein, dass sie nützlich sein können. Erlaube ihr ihren kleinen Ausflug. Aber gib acht, dass niemand stirbt, bevor er es nicht selbst entscheidet. Wir wollen ja nicht, dass der Vorfall von 1713 sich wiederholt.“ Die Erinnerung daran ließ ihn schmunzeln. „Er wäre ein hilfreicher Rekrut gewesen, aber sein Tod war nicht weniger unterhaltsam.“

Sein Freund nickte schwach lächelnd, ging fort und ließ ihn allein. Als der Mann außer Sicht war, dachte er gründlich über das nach, was er eben erfahren hatte. Er wollte nicht, dass die unausgesprochene Vermutung sich als wahr erwies. Nach Jahrtausenden des Wartens widerstrebte es ihm nun, den Gedanken zuzulassen. Ihm war klar, welche Seite des Buches beinahe aufgeschlagen worden war. Wieder und immer wieder hatte er sie gelesen, hatte tagelang vor ihr gesessen, um sie zu verstehen. Doch wenn es jetzt wirklich so weit sein sollte, wollte er selbst dabei zusehen.

Er ging ein paar Schritte vor und konzentrierte sich auf den Felsboden des Saales. Augenblicklich öffnete sich dort ein Spalt, zehn Mal so lang wie er selbst, und roter Rauch stieg empor. Der Qualm verdichtete sich, bis er eine ebenmäßige Fläche bildete, und begann, sich zu verändern. Das staubige Rot differenzierte sich in viele verschiedene Farben und es entstand ein Bild, das sich in Bewegung setzte. Seine Untertanen würdigten es keines Blickes, sie kannten seine Eigenarten mittlerweile gut genug, um keine Fragen zu stellen. Konzentriert und wider Willen neugierig beobachtete er den Rauch, beobachtete die Szene, die sich außerhalb der Grenzen seines Reiches abspielte.

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