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„Elia warte!“

Auf einer steppen artigen Gegend liefen zehn schemenhafte Gestalten. Nebelschwaden waberten auf dem Boden und verschluckten jedes noch so kleine Geräusch. Sie liefen zielstrebig auf etwas zu, was von der Ferne aussah wie eine alte Ruine. Vorsichtig machte ich ein paar Schritte auf das Gebäude da passierten mich die Zehn Gestalten auch schon. Es waren zehn Mädchen, unterschiedlich wie Tag und Nacht. Ich ging alle Möglichkeiten durch, um zu identifizieren wozu diese Mädchen gehörten, doch mir wollte beim besten willen keine Verbindung einfallen. Sie gehörten nicht zu den Friedenswächtern, die nahmen keine Mädchen. Zu den Genprojekten schienen sie ebenfalls nicht zu gehören, dazu waren sie doch zu einfach und ihnen fehlte die Kennzeichnung.

Wie sie an mir vorbei stolperten entdeckte ich bei einer von ihnen Runen artige Muster auf der blassen Haut. Kaum entdeckte ich die silbrigen Linien wusste ich, wo diese Mädchen hin gehörten. Allgemein bekannt waren sie als „Seeker“ oder aber auch als „Hunter“. Sie suchten nach Schatten und anderen mehr oder weniger gefährlichen Kreaturen der Finsternis und vernichteten sie.

Ein kalter Schauer lief über meinen Rücken als mich die Erkenntnis traf. Zehn Mädchen, also eine ganze „Party“ war auf dem Weg zu dem alten Schrein, in denen die Schatten geboren wurden. Ich wusste einfach instinktiv, dass dem so war. Erst dachte ich es wäre ja egal, sie könnten machen was sie wollten aber dann fiel mir der Schatten von Gestern wieder ein und ich rannte los. Sie durften sie nicht finden.

„Legt die Mäntel um und die Kapuzen auf, wir wollen nicht noch mehr treffen!“

Es raschelte und die Mäntel wurden übergeworfen. Ich ärgerte mich, denn das machte sie komplett unkenntlich. Um sie nicht zu verpassen verlängerte ich meine Schritte und schloss zu ihnen auf. Die unterschiedlichsten und schönsten Augen strahlten mich voller kalter Hass an. Ach ja wie ich diesen Ausdruck liebte.

„Was habt ihr vor? Wer seid ihr? Woher kommt ihr?“

„Frag nicht so blöd!“

„Ich weiß, dass ihr zu den Seekern gehört, aber wenn ihr jetzt da rein geht ist das euer sicherer Tot!“

„Wir wissen was wir tun. Wir sind die auserwählten!“

„Nur weil ihr zur Hälfte von Göttern abstammt heißt das noch lange nicht, dass ihr euch alles erlauben könnt. Sie werden euch auslöschen, eure ganze Gemeinschaft!“

„Was weißt du schon von Schatten? Was weißt du von Dschahangir?“

Ich schwieg. Nie zuvor hatte ich den Namen gehört. Ich wollte wirklich, dass sie die Schatten in Ruhe ließen, aber sie waren fest entschlossen in den Tempel einzufallen. Ich musste mir etwas einfallen lassen bevor sie das Tor erreichten, aber ein Mädchen mit rauchschwarzen Haaren kam mir zuvor.

„Dschahangir der Eroberer ist Tot. Ihm wird in diesem Moment die letzte Ehre erwiesen. Es ist unsere Chance die restlichen Schatten ebenfalls auszulöschen. Sie sind gefährlich, merk dir das.“

„Das stimmt nicht. Sie sind nicht alle Monster!“

Wir erreichten die Tür und zwei der Mädchen stießen das riesige Portal auf. Im inneren wimmelte es nur so von Schatten. Meine Kehle wurde ganz trocken und mein Herz pumpte vor Angst und wegen des Laufes. Die Mädchen schienen aber noch nicht müde. Sie griffen nach ihren Waffen und stellten sich auf. Ein Schatten trat aus dem Gewusel vor die Mädchen. Ich erkannte ihn sofort. Er war es, der, der mir die Kette umgelegt hatte. Er blickte mich an. In seinen schönen Augen fand ich nur Trauer und Enttäuschung. Ich ließ den Kopf hängen.

Erschrocken fuhr ich zusammen als ein lautes Poltern ertönte. Eine junge Frau ließ sich von den oberen Balken fallen. Ihre Haare glänzten in den verschiedensten Farben und ihre Augen waren pechschwarz, wie die eines Dämon. Sie stellte sich vor die Mädchen und zog zwei Kurzschwerter.

„Wenn ihr wirklich meinen Job zunichte machen wollt lege ich meinem Auftraggeber statt nur einem Kopf gleich elf auf den Tisch, also verzieht euch ihr Maden!“

Ich schreckte hoch. Um mich herum war alles ruhig. Leise flackerte die Fackel an der Wand. In der Ecke stand jemand und musterte mich mit kaltem Blick.

- Du wirst sie demnächst öfter sehen, aber keine Angst, ich werde immer bei dir sein. -

Mein Herz pochte und ich merkte wie ich begann zu zittern. War das nun eine Drohung, oder war das ein Versprechen?

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