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Das Feuer war warm und behaglich, dennoch gingen mir die Ereignisse nicht aus dem Kopf. Ich fröstelte bei dem Gedanken an das, was ich verloren habe und das, was mir noch alles bevorstünde. Das Feuer wehrte für kurze Zeit die Dunkelheit ab, aber was würde passieren sobald es erlischt? Es war lieb von Liana, dass sie mir eine Unterkunft bereitet hatte, dennoch wollte ich ein wenig für mich leben, ihm Zahn der Zeit. Ich glaubte mehrere Kreaturen in den Schatten ausmachen zu können, konnte aber nichts wirklich erfassen. Diese Ungewissheit jagte mir einen Schauer durch den Körper. Dies durfte nicht mein Ende sein, dies sollte der Anfang sein, der Anfang etwas großem.

Liana schien zu spüren, dass ich mich meinen Gedanken hingegeben hatte. Sie störte mich in erster Linie nicht, warf mir dennoch misstrauische Blicke zu. Wie sie da saß, im flackernden Licht des Feuers sah sie aus wie der Teufel höchst persönlich, oder zumindest dessen Tochter. Sie hielt gebührenden Abstand zum Feuer, anscheinend hatte sie mächtig Respekt davor, was ihr niemand verdenken konnte bei ihrem Aussehen. Es wunderte mich nicht, dass sie in den Schatten wandelte. Eine solche Visage, wie sie sie besaß, wollte echt niemand sehen müssen, geschweige denn selber besitzen.

Wieder regte sich etwas in den Schatten. Meine Angst wuchs mit jeder Bewegung die ich meinte wahr nehmen zu können. Dennoch war Liana ganz ruhig, zeigte keine einzige Nervosität. Erstaunt fragte ich mich wie diese junge Frau es schaffte so ruhig zu bleiben, angesichts des beinahe Todes der uns kurz bevor stand! Doch sie saß da und es wirkte fast als würde des Teufels Tochter meditieren. Was für eine komische Kreatur dachte ich mir.

Es half ein wenig mich mit ihrer Anwesenheit abzulenken, dennoch war ich recht skeptisch, dass man dieser Frau vertrauen könne. Sie sagte mir zu wenig. Auch machte es mich misstrauisch, dass sie so gut Bescheid wusste. Es schien als wüsste sie alles vorher, bevor man es ihr überhaupt sagte. Ihre Fähigkeit Menschen zu analysieren war beträchtlich. Ich wusste beim besten Willen nicht, woran ich bei ihr bin, welches mir Sorgen bereitete.

„Du brauchst keine Angst zu haben.“

Woher wusste sie das bloß schon wieder? Ohne wirklich zu bemerken was ich tat zog ich meine Beine näher an meinen Körper und meine rechte Hand glitt zu meiner Messerschneide. Ich wollte den Dolch heraus holen, doch war er nicht mehr da. Hektisch sah ich mich um. Ich war allein mit dieser Kreatur, besaß keine Waffe mehr und die Schatten kamen immer näher!

„Du glaubst doch nicht wirklich ich würde dir eine Waffe überlassen. Es ist allgemein bekannt, dass du dir alles holst was du bekommen kannst und zufällig steh ich nicht besonders darauf auch noch mein zweites Auge zu verlieren.“

„Ich möchte mich doch nur verteidigen können.“

„Ich sagte bereits du brauchst keine Angst zu haben. Solang das Feuer brennt bist du in Sicherheit!“

War das ihre Art mich zu beruhigen? Wenn ja gelang ihr das nicht sonderlich gut oder ich wollte mich einfach nicht beruhigen lassen. Wie sollte man sich auch bei einer Kreatur wie ihr beruhigen?! Ich lenkte meinen Blick zurück auf das Feuer. Die Flammen züngelten hoch in die Luft und es war ein buntes Farbenspiel. Sah eigentlich sehr schön aus, wie die Flammen miteinander spielten. Das Wissen darum, dass das Feuer so hoch züngelte und noch genügend Feuermaterial vorhanden war beruhigte mich doch ein wenig, auch, wenn ich es nicht zugeben wollte.

„Ich war eines der ersten Gen-Projekte. Jedem 'Projekt' gravierten sie einen Bar-Code in den Nacken, um sie identifizieren zu können. Sie lehrten uns Kampfsport und Täuschung, doch viele waren nicht gut genug. Einige wurden unfruchtbar 'geboren', andere verkrüppelten mit der Zeit. Wir flohen um den Experimenten zu entgehen, die sie durchführten. Ich lebte mit ein paar Freunden hier, doch die Schatten, sie kamen damals, sie werden wieder kommen, sie spüren die Gegenwart der Experimente. Nun kannst du über mich Urteilen. Bin ich eine gute 'Kreatur' oder doch böse wie all die anderen?“

Erstaunt öffnete ich den Mund. Ich hätte nie gedacht, dass diese Frau je so viel reden würde. Ich setzte schon zu einer Antwort an als ein Schatten um mich herum glitt. Es wurde auf ein mal bitterkalt. Glatt fühlte es sich so an als würde dieses Wesen all das Gute und Warme der Welt in sich saugen und durch Kälte und Leere ersetzen. Ich zitterte, wollte entfliehen, doch irgendetwas hielt mich hier, am Feuer, bei dieser Frau, die ein solches Schicksal durchlebt hat.

- Die Zeit ist reif sich zu erinnern. Decke deine wahre Identität auf, übe Vergeltung an jenen die dir Unrecht taten. Stehe auf und lass die Welt bluten wie sie euch haben bluten lasse. Übe Rache, Lerne, Liebe... Lebe! -

„Was?!“

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