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Bei seinem Anblick stockte mir der Atem. Jetzt im Sonnenlicht war er noch schöner als vorhin in dem Dämmerlicht. Er sah wirklich Atemberaubend aus, im wahrsten Sinne des Wortes.

„Dein Stalker kann dich echt nie in Ruhe lassen, oder?!“

Kera hatte schon wieder Recht. Verdammt wie ich es hasste, dass er immer Recht hat. Energisch schob er mich zurück zu Schachtdeckel. Er wollte allen Ernstes zurück in die Unterwelt. Aber ich war der Meinung, dass ich mich schon viel zu viel in der Dunkelheit versteckt hatte. Ich wollte endlich wissen wofür ich eigentlich kämpfte, warum es so wichtig war, dass der Codex um jeden Preis eingehalten wurde.

„Du hast schon wieder Augen gestohlen Aly!“

Ich verdrehte meine Augen. Als wenn es wirklich so schlimm war, dass man Augen stahl. Jeder Mensch hat Augen, wozu brauchte diese verdammte Regierung denn die Augen, wenn nicht für ihre eigenen unreinen Machenschaften. Der ach so tolle Hüter des Gesetzes trat wütend auf Kera und mich zu. Seine Augen waren noch immer rot unterlaufen. Kein gutes Zeichen dachte ich still bei mir und hob trotzig mein Kinn an. Im hellen Sonnenlicht konnte ich seine Narben noch besser sehen als vorhin schon. Seine rechte Brust besaß drei nebeneinander liegende wulstige Narben. Es sah aus als hätte dort ein Wolf einst seine Krallen gewetzt. Ebenfalls zogen sich über sein schier perfektes Sixpack mehrere silberne Narben.

„Schau ihn nicht wie eine gurrende Glocke an Aly, der Typ will dich umbringen und du siehst aus als würdest du gleich vor Geilheit platzen!“

Natürlich musste Kera mal wieder alles zerstören. Anscheinend war das seine Aufgabe und ich hasste ihn dafür. Kera war zwar ein recht lustiger Typ und ich verbrachte gern meine Zeit mit dem rotblonden jungen Mann, aber es gab manchmal echt Dinge die so völlig unmöglich waren. Er drückte mich zurück in die Schächte und stellte sich schützend über mich. Wie edelmütig, aber leider völlig falsch! Ich fand mein Gleichgewicht recht schnell wieder, kletterte hoch und stieß ihn dabei beiseite.

„Mach mal Platz du möchte-gern Held, ich kann mich selber verteidigen!“

Ich nestelte etwas nervös an meiner Messerschneide herum. Irgendwie musste dieses verdammte Ding jedes Mal klemmen, wenn ich meinen Dolch dringend brauchte. Da ich noch ein wenig auf meinen Dolch warten musste entschloss ich mich dazu eine andere Angriffsmethode anzuwenden, da Angriff ja noch immer die beste Verteidigung war, soweit ich wusste.

„Nun hör mir mal zu du Besserwisser. Kann ja sein, dass du auf dein ach so tolles Gesetz aufpassen musst und Frieden stiften sollst aber das geht mir jetzt wirklich an meinem Arsch vorbei...“

„Das ist ein toller Arsch!“

Ernsthaft?! Musste Kera mich wirklich unterbrechen und SOETWAS sagen?! In mir kochte Wut hoch und ich ging aggressiv auf Cetyn zu.

„Aber es gibt wesentlich mehr als nur mich die gegen dieses Gesetz verstoßen und deine ach so tolle Regierung ist nicht gerade besser! Sie stiehlt unsere Kinder, bringt einfach so Leute um die ihnen nichts getan haben und, was noch das schlimmste ist, sie züchten Menschen. Ja, ihr wunderschönen Vitros. Einige um irgendwann die Regierung zu übernehmen und die anderen werden so gezüchtet, dass sie reine Kampfmaschinen sind! Ja, schau mich nicht wie ein wild gewordener Dämon an, es ist wirklich war und das weißt du sogar noch besser als ich! Sieh dich an! Deine Haut, wie perlen, aber trotzdem wie Wachs. Würdest du sterben wärst du wie eine Wachsfigur und wirst dann auch noch in einem Wachsfigurenkabinett ausgestellt. Ist es das was du willst? Willst du wirklich wie eine Marionette behandelt werden?!“

Ich brach ab weil ich endlich meine Messerschneide aufbekommen hatte und zog den Dolch hinaus. Ruhig hielt ich Cetyn den Dolch an den Hals, drückte leicht und zog ihn immer weiter hinab. Wässriges Blut trat aus der Wunde und vermischte sich mit seinem Schweiß. Mit meinen Blicken verfolgte ich der verflüssigte Blut, wie es Cetyns Körper hinabrann. Durch seinen Schweiß verfärbte sich das Blut und wurde dunkler, wie bei normalsterblichen. Er war wirklich ein Zuchtexperiment... oder nicht? Ich wusste nicht sonderlich viel über das ganze System. Ich wusste genauso viel darüber, wie ich über meine Herkunft wusste, was mich ziemlich aufregte. Aber noch mehr störte mich, dass der ach so tolle Cetyn nichts sagte. Ich wollte seine Stimme wieder hören. Warum auch immer aber es kribbelte dabei so schön unter meiner Haut.

„Du hast dich verändert Aly.“

Wow... War das echt das einzige was ihm einfiel? Du hast dich verändert?! Irgendwie war ich enttäuscht, dass er das sagte. Wie konnte er das nach allem sagen? Oke, ich war seit dem ersten Mal taffer geworden und traute mich gegen ihn anzutreten, aber war das nicht gut? Wieder kochte Wut in mir hoch. Das waren so die Momente in denen ich jemanden einfach nur den Kopf abreißen könnte... wobei, Augen ausstechen ist lustiger. Dabei wären wir schon wieder bei den Augen. Wenn sie nicht gerade rot unterlaufen wären, wären sie noch immer wunderschön.

„Ly, meine kleine Augendiebin, du musst mit mir kommen.“

Mein Unterkiefer klappte nach unten. Kein versuch mich zu entführen, nein, er bat mich wirklich mit ihm zu gehen, freiwillig. Ob er lernfähig war? Ob er begriffen hatte, dass ich mich nicht einfangen lasse?

„Sie wird niemals mit dir gehen!“

Kera musste auch echt immer alles zerstören. Das war so unfair! Wobei, vielleicht war es auch ganz gut so. Vielleicht wäre ich tatsächlich mit ihm gegangen wenn Kera nicht wäre und ich weiß nicht, was ich dann getan hätte. Ich betrachtete meinen Dolch um nicht in seine Augen sehen zu müssen. Hellrotes Blut glitzerte auf der Klinge. Wie lang war es her, dass ich mich zuletzt von Blut ernährte? Bestimmt eine Ewigkeit. Ich leckte das Blut von der scharfen Klinge und genoss den eisernen Geschmack. Wenn man ein mal auf den Geschmack von Blut gekommen ist kann man echt nicht mehr aufhören, das ist mir sehr schnell klar geworden, aber es störte mich nicht. Kera trat neben mich und legte seine Arme um meine schmale Taille.

„Sie wird bei uns bleiben!“

Cetyn senkte den Kopf. Kera interpretierte dies als Einverständnis, aber ich kannte ihn besser. Ich schrie auf und duckte mich weg, leider konnte ich Kera, dem Mann mit dem rotblondem Haar, nicht mehr helfen. Cetyn war losgelaufen und genau in ihn hinein. Kera wurde gegen eine brüchige Steinwand geschleudert, welche einbrach und ihn unter sich begrub. Ich konnte hören wie Keras Knochen zerbarsten unter den Steinen. Am liebsten hätte ich mich übergeben als ich merkte, dass etwas Blut hoch gespritzt war und die Umgebung befleckte. Ich stolperte Rückwärts, hinein in die Unterwelt und zog den Schachtdeckel hinter mir zu. Schlingernd rannte ich ein paar Meter, ließ mich dann aber auf den Boden fallen und weinte hemmungslos. Kera war tot ohne auch nur die Chance gehabt zu haben diesen Aufprall zu überleben. Dafür würde Cetyn bezahlen, das schwor ich mir bei allem, was Kera und mir heilig gewesen war. Nachdem ich dies versprochen hatte glitt ich in die endlose Leere der Bewusstlosigkeit. Sie umfing mich und wiegte mich wie eine liebende Mutter ihr Kind.

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