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Schongauer Martin - St Antonius - hi res.jpg

Dämonen

Plagen des Heiligen Antonius durch Dämonen (Darstellung aus dem 15. Jahrhundert von Martin Schongauer)

Als Dämon (Plural Dämonen, von griechisch δαίμων daimon) wird zunächst ein „Geist“ oder eine Schicksalsmacht (δαιμόνιον daimónion) als ‚warnende oder mahnende Stimme (des Gewissens)‘ und ‚Verhängnis‘ verstanden. Unter christlichem Einfluss wandelte sich die Bedeutung dann bis zu ‚Teufel‘, ‚Satan‘, ‚Luzifer‘. Heute wird mit „Dämon” entgegen dem neutralen bis eher positiven Sinn des Ursprungswortes für die gemeinten Geisteserscheinungen oder Geisteswesen ausschließlich ein solches „Wesen” bezeichnet, das nach allgemeiner Vorstellung Menschen erschreckt, bedroht oder ihnen Schaden zufügt, also in jeder Hinsicht als böser Geist erscheint. Die systematische Erfassung der Dämonen bezeichnet man als Dämonologie.

Im archäologischen Sprachgebrauch bedeutet „Dämon” ein tierköpfiges Mischwesen (Chimäre) mit mindestens menschengestaltigen Beinen. Den Gegensatz dazu bilden „Monster”, wie Mischwesen mit Tierkörpern und Tierköpfen phantastischer Art bezeichnet werden (z.B. Greif oder Drachen) oder Tierkörper mit menschlichen Köpfen wie Sphinx (Frauenkopf und Löwinnenkörper), Mantikor (Männerkopf mit Löwenkörper und Skorpionschwanz) und Zentauren (Menschenoberkörper und Pferdeleib).

EtymologieBearbeiten

Das Wort stammt vom griechischen Wort δαίμων (Daimon) ab. Dieses stand ursprünglich für den Geist der Abgeschiedenen oder umgekehrt den abgeschiedenen Geist der Verstorbenen (griech. σκιά oder skiá für ‚Schatten‘), ‚die körperlosen Gestalten der Abgeschiedenen‘. Es scheint insoweit eine positive Bedeutung im Vordergrund gestanden zu haben, solange die Sage von Bedeutung war, in der die Seelen der Menschen des goldenen Zeitalters δαίμονες (daimones) genannt wurden, die dabei „eine Mittelstufe zwischen Göttern und Menschen, eine zweite Klasse niederer Götter” darstellten. In ganz ähnlicher Bedeutung existiert im Deutschen das nur selten gebrauchte Wort Schemen (vgl. auch „schemenhaft“) für Geist(er), Gespenst(er) und Spukgestalten. Zugrunde liegt diesen und anderen Wortbildungen (wie scheinen, schimmern, schier und Schimmel) nach dem Herkunftwörterbuch des Großen Duden das idg. Wurzelwort *skai- in der Bedeutung von (stumpf) glänzen, Glanz, Abglanz.

Das Herkunftwörterbuch des Großen Duden gibt die Bedeutung von Dämon ‚böser Geist‘, als ein Mittelwesen zwischen Gott und Mensch an und führt es auf griech. δαίεσθει für ‚(ver)teilen‘, ‚zer-‘ und ‚zuteilen‘ sowie ‚geteilt werden‘ zurück. Von daher wird dort als Grundbedeutung von Dämon die Angabe ‚Ver- und Zuteiler (des Schicksals)‘ hergeleitet. Interessant sind die weiteren Beziehungen von δαίμων: einerseits zu dem griech. Wort für Volk δῆμος dämos – wie in Demokratie –, andererseits und noch weiter ausholend zu „Zeit” (time, tide/Tide[(n)hub]/Gezeiten, siehe auch Zeile, Ziel, Zeitung) i.S.v. Abschnitt, Abgeteiltes: bei alledem handelt es sich sprachhistorisch oder etymologisch um Ableitungen aus dem idg. Wurzelwort *da[i]- für teilen, zerreißen, zerschneiden.

Das Wort δαίμων wiederum steht in Verbindung mit dem griechischen Wort δαιμόνιον (daimonion) in der Bedeutung des ‚Schicksals‘ oder ‚Gewissens‘, das den Menschen jederzeit unsichtbar begleitet. Es gibt die Einschätzung, dass erst im Lauf des Mittelalters der Begriff „Dämon” mit unangenehmen Vorstellungen verbunden worden sei und damit eine Verschiebung ins Negative erhalten habe. Pandämonium bezeichnet die Gesamtheit aller Dämonen oder ihren Aufenthaltsort, der im übertragenen Sinn ein Ort des Grauens ist.

Geschichte des DämonenglaubensBearbeiten


Individuelle DämonenBearbeiten

Akephalos, ein kopfloser Dämon

Asmodäus, ein Dämon aus der jüdischen Mythologie

Aynaet, eine Dämonin aus der Mythologie Äthiopiens

Asasel, ein Wüstendämon

Baal, der erste und oberste König der Hölle

Belial, eine dämonische Gestalt aus der Bibel

Beelzebub, eine Entität des Teufels

Incubus, ein Albträume verursachender nachtaktiver Dämon

Lilith, eine Göttin der sumerischen Mythologie

Medusa, eine Gorgone

Sphinx, ein Dämon der Zerstörung und des Unheils

Vanth, eine etruskische Dämonin

Legion, eine Erscheinung von vielen Dämonen

LiteraturBearbeiten

  • Otto Böcher, Gunther Wanke, Günter Stemberger und Georges Tavard: Dämonen. I. Religionsgeschichtlich. II. Altes Testament. III. Judentum. IV. Neues Testament. V. Kirchengeschichtlich. In: Theologische Realenzyklopädie 8 (1981), S. 270–300 (Überblick)
  • Hans Bonnet: Dämon, in: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte, Hamburg 2000 ISBN 3-937872-08-6 S. 146-148.
  • Patrick Hersperger: Kirche, Magie und «Aberglaube». Superstitio in der Kanonistik des 12. und 13. Jahrhunderts. Forschungen zur kirchlichen Rechtsgeschichte und zum Kirchenrecht. Bd. 31. Böhlau Verlag, Köln 2010. ISBN 978-3-412-20397-9.
  • Armin Lange, Hermann Lichtenberger, K. F. Diethard Römheld: Die Dämonen - Demons: Die Dämonologie der israelitisch-jüdischen und frühchristlichen Literatur im Kontext ihrer Umwelt. Mohr Siebeck, Tübingen 2003, ISBN 978-3-16-147955-7.

QuellenBearbeiten

http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite

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